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Wie kam es zur Gründung der Hospiz-Initiative Leer?
Sterben, Tod und Trauer sind Themen, die in den letzten Jahren immer mehr aus ihrer Tabuzone herausdrängen und eines würdigen Umgangs bedürfen. Auch im Landkreis Leer, unterstützt durch die Volkshochschule, fanden sich an diesen Themen Interessierte in Arbeitskreisen zusammen. Es gab vielfältige Informationen, rege Diskussionen, Austausch und die gemeinsame Erkenntnis: auch in unserer Region gibt es viel zu tun, um die Situation sterbender Menschen zu verbessern und den Angehörigen hilfreich beizustehen.
Ein erster Weiterbildungskurs für ehrenamtliche Hospiz-Mitarbeiterinnen wurde konzipiert und durchgeführt. Im August 1998 gab es dann die ersten zwölf ausgebildeten Ehrenamtlichen.
Am 14. April 1999 wurde die Hospiz-Initiative Leer e.V. in einer Gründungsversammlung von 23 Teilnehmern gegründet.
Seither erfreut sich der Verein nicht nur ständig ansteigender Mitgliedszahlen (im Januar 2012 bereits über 400, davon 60 Aktive), sondern auch wachsender Bekanntheit, Akzeptanz, Inanspruchnahme von Beratung und Begleitung und auch Unterstützung durch Einzelpersonen und Gruppen in der Bevölkerung und in der Politik.
Unsere Ziele
Die Hospizbewegung möchte ein würdevolles Leben bis zuletzt in Geborgenheit ermöglichen und Menschen auf dem letzten Stück ihres Lebensweges begleiten (Präambel der Bundesgemeinschaft Hospiz). Dabei stehen die Bedürfnisse der schwerkranken Menschen und die ihrer Angehörigen im Mittelpunkt.
Cicely Saunders, die Gründerin der neuzeitlichen Hospizbewegung, hat es so formuliert:
"Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können."
Wir in der Hospiz-Initiative Leer e.V. haben es uns deshalb zur Aufgabe gemacht, für Menschen da zu sein, die sich Begleitung und Unterstützung in dieser schwierigen Lebensphase wünschen. Dazu gehört die Begleitung von Sterbenden, Palliativberatung, Trauerbegleitung in Einzelgesprächen und Gruppenangeboten (Trauercafe, Gruppe für trauernde Eltern, Trauergruppe "Schritte gehen - neue Wege wagen", Gruppe für trauernde Kinder ). Wir haben uns darauf durch einen Weiterbildungslehrgang sorgfältig vorbereitet und arbeiten ehrenamtlich und überkonfessionell. Die Inanspruchnahme ist kostenfrei. Die Einhaltung der Schweigepflicht ist für uns selbstverständlich, ebenso in Absprache mit Ihnen die enge Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegediensten, Seelsorgern und anderen Berufsgruppen.
Durch vielfältige Öffentlichkeitsarbeit möchten wir mithelfen, Sterben in Würde überall wieder möglich zu machen.
Ein weiteres Ziel der Hospiz-Initiative Leer ist laut Satzung der "Aufbau und Betrieb einer stationären Hospiz-Einrichtung". Viele schwerkranke Menschen möchten zu Hause sterben, was aber leider nicht immer möglich ist. Mit dem stationären Hospiz haben wir einen Ort geschaffen, an dem sich unheilbar kranke Menschen in Würde, Wärme und Geborgenheit wie zu Hause fühlen können. Was zunächst nur ein Wunschtraum, eine fast unmöglich zu erreichende Vision schien, ist zur großen Freude aller Beteiligten tatsächlich Realität geworden.
Im Dezember 2005 wurde die Hospiz - Stiftung Ostfriesland gegründet, die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, "ein Gebäude für die Hospizarbeit zur Verfügung zu stellen".
Am 19.10.2007 brachte uns unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit der erste Spatenstich für das Stationäre Hospiz für Ostfriesland diesem Ziel näher.
Gretel Bluhm-Janssen gab unserer großen Freude in ihrer bewegenden Ansprache Ausdruck.
Inzwischen ist die Arbeit zügig voran gegangen. Viele, viele Einzelheiten mussten bedacht und entschieden werden, fast täglich gab es Fragen, die beantwortet werden wollten. Und wie man beim Betrachten der Bilder sieht, ist dies auch wunderbar gelungen.
Am 22. Januar 2009 war es dann so weit: das erste stationäre Hospiz für Ostfriesland wurde eröffnet!
Am folgenden Wochenende gaben zwei "Tage der offenen Tür" den Menschen Gelegenheit, sich das wunderschöne Haus anzusehen. Das Interesse der Besucher war überwältigend, und viele staunten über die gelungene Architektur und die wohltuende Atmosphäre des Hauses.
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